
Erkelenz, den 22. Oktober 2026
Der Windpark Erkelenz-Holzweiler ist offiziell in Betrieb. An der Inbetriebnahme am Dienstag, 20. Oktober, nahmen Oliver Krischer, Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, Christel Honold-Ziegahn, stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Erkelenz, Heinrich Lohmann, Geschäftsführer der MLK Gruppe, sowie weitere Gäste aus Politik und Verwaltung teil. Mit zusammen 14,4 Megawatt Leistung und einer Gesamthöhe von rund 250 Metern sind die beiden Anlagen die leistungsstärksten und höchsten Windenergieanlagen im Kreis Heinsberg.
Vom Turm zum laufenden Kraftwerk
Nach der vollständigen Errichtung im August 2026 folgten Netzanschluss, technische Prüfungen und schließlich die Inbetriebnahme. Mit der ersten Einspeisung ist aus dem Bauprojekt ein Windpark im Regelbetrieb geworden. Der Anlagentyp Vestas V172-7.2 MW ist die erste Windenergieanlage dieser Leistungsklasse in der Region. Die Nabenhöhe beträgt 164 Meter, der Rotordurchmesser 172 Meter. In dieser Höhe nutzen die Rotoren vergleichsweise stetige Windverhältnisse.
Auch bei der elektrischen Ausstattung setzt MLK auf zukunftsfähige Technik: Die Schaltanlagen im Windpark kommen ohne Schwefelhexafluorid (SF₆) aus, das wegen seiner guten Isoliereigenschaften lange Zeit Standard in elektrischen Schaltanlagen war, zugleich aber als besonders wirksames Treibhausgas gilt.
Umweltminister sieht Beleg für Windenergieausbau
Oliver Krischer, Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, betonte bei der Inbetriebnahme die Bedeutung des Projekts für den weiteren Ausbau der Windenergie. Krischer verwies zudem auf die Geschichte des Standorts: Über Jahrzehnte habe die Braunkohle diese Landschaft und das Leben der Menschen in der Region geprägt. Jetzt entstehe am selben Ort sauberer Strom aus Windenergie. Die Anlagen in Holzweiler zeigten, dass das Rheinische Revier eine Energieregion bleibe – künftig mit Wind und Sonne.
Beitrag zum Wandel der Energieerzeugung
Heinrich Lohmann, Geschäftsführer der MLK Gruppe, sagte dazu: „Mit der Inbetriebnahme in Holzweiler schließt sich für mich ein Kreis: Schon Anfang der 1990er Jahre habe ich gemeinsam mit der BUND-Ortsgruppe Erkelenz im Umfeld des Tagebaus Garzweiler unsere ersten Windenergieanlagen geplant. Dass wir nun hier stehen, zeigt eindrücklich, wie sich die Region wandelt. Wir wollen diesen Wandel mit erneuerbaren Energien weiter aktiv gestalten – und die Menschen vor Ort daran beteiligen.“

Teil des regionalen Ausbaus
Der Windpark Holzweiler gehört zur Ausbauoffensive der MLK im Raum Erkelenz, Linnich und Titz. Geplant sind dort rund 30 Windenergieanlagen mit insgesamt 210 Megawatt. Für 21 Anlagen liegen bereits immissionsschutzrechtliche Vorbescheide oder Genehmigungen vor. Inklusive Holzweiler sind nun sechs Anlagen in Betrieb. Zwei weitere befinden sich im Bau.
Bis 2027 sollen bis zu zehn Windenergieanlagen fertiggestellt werden, 2028 die übrigen bereits genehmigten Anlagen. Weitere Standorte im Genehmigungsverfahren sollen in den Folgejahren umgesetzt werden. Parallel baut die MLK die Netzinfrastruktur aus. Das Umspannwerk Glimbach in Linnich ist in Betrieb, ein weiteres bei Erkelenz soll Mitte 2027 errichtet werden.
Bürgerinnen und Bürger können sich beteiligen
Die MLK Gruppe bietet regionale Beteiligungsmöglichkeiten an den Windparks, unter anderem über eine Bürgerenergiegenossenschaft und aktuell über Nachrangdarlehen. Informationen dazu finden sich auf der Website der MLK Gruppe. Interessierte können sich dort unverbindlich registrieren und werden über neue Angebote informiert.
Eckdaten Windpark Erkelenz-Holzweiler
Bauart: Neubau
Anlagen: 2
Anlagentyp: Vestas V172-7.2 MW
Nabenhöhe: 164 m
Rotordurchmesser: 172 m
Gesamthöhe: 250 m
Leistung: 7,2 MW pro WEA / Gesamt: 14,4 MW
Jahresertrag gesamt: 37 Mio. kWh
Versorgung pro Jahr: 9.900 Haushalte
Über die MLK Gruppe
Mit über 30 Jahren Erfahrung zählt die MLK Gruppe zu den erfahrensten Projektentwicklern für Erneuerbare Energien in Deutschland. Über 780 MW installierte Windleistung, davon 380 MW im Eigenbetrieb, zeugen von der umfassenden Expertise des Unternehmens. Zum Portfolio gehören zudem mehrere Umspannwerke und Biomassekraftwerke. Mit der Inbetriebnahme ihrer ersten großen Photovoltaik-Freiflächenanlage mit 73,40 MWp erweitert die MLK ihre Aktivitäten auch im Solarbereich. Im Jahr 2025 erzeugte das Unternehmen rund 455.000 MWh grünen Strom – genug für etwa 140.000 Haushalte.
Aktuell umfasst die Projektpipeline 1 GW. Das Ziel: bis zum Ende des Jahrzehnts eine Gesamtleistung von 1 GW im Eigenbestand zu erreichen. Während der Schwerpunkt der vergangenen Jahre in Brandenburg lag, rückt mit zehn neuen Projekten auch das Rheinland wieder verstärkt in den Fokus. Weitere Wind- und Solarprojekte befinden sich in der Planung oder Umsetzung – unter anderem in Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen.
Mit sechs Regionalbüros ist die MLK Gruppe bundesweit aktiv und leistet mit nachhaltiger Energieerzeugung einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Energiewende.
© Markus Bullik
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